Es freut uns, Sie auf unserer Seite begrüssen zu dürfen.Nachfolgend wollen wir Ihnen einen kleinen Einblick über die Arbeit der Meliorationsgenossenschaft Vals geben. Über den Link-Kontakt, können Sie uns für Fragen, Anregungen oder Kritik, vileicht auch für ein Lob erreichen.
Gesamtmelioration Vals
Einleitung
Nachdem erste Vorstösse für die Durchführung einer Gesamtmelioration bereits auf die Jahre 1980 und 1983 zurückgingen, fand schliesslich an der Gemeindeversammlung vom 26. Mai 1995 die erfolgreiche Beschlussfassung statt. Am 20. April 1996 wurde die Meliorationsgenossenschaft gegründet, und im März 1997 wurden die Arbeiten mit der Arbeitsvergabe an das Ingenieurbüro Cavigelli und Partner AG, Ilanz, in Angriff genommen.
Die Gesamtmelioration Vals umfasst das parzellierte Landwirtschaftsgebiet mit einer Gesamtfläche von ca. 483 ha und 2'183 Parzellen im Eigentum von 307 GrundeigentümerInnen.
In der Folge ist intensiv am Auflageprojekt gearbeitet worden, um die Ziele und Massnahmen der Gesamtmelioration festzulegen. Anschliessend wurde der Alte Bestand im Rahmen der Amtlichen Vermessung erarbeitet. Nach aufwändiger Planung fand der erste Spatenstich der ersten Bauetappe im September 2002 statt. Inzwischen sind vier Bauetappen abgeschlossen, eine weitere ist in Arbeit.
Verantwortliche der Gesamtmelioration
Vorstand der Meliorationsgenossenschaft
Alois Stoffel, Präsident
Stefan Schmid
Bernhard Vieli
Philip Vieli
Othmar Illien, Vertreter der Gemeinde
Schätzungskommission
Luzi Pfister, Obmann
Pius Bundi
Daniel Gredig
Planungsbüro
Ingenieurbüro Cavigelli Ingenieure, Ilanz
Conrad Derungs, Gesamtprojektleiter
Guido Fry, Verantwortlicher für die Bauarbeiten
Oberaufsicht
Amt für Landwirtschaft und Geoinformation ALG, Chur Christian Buchli
Chronologie und Zeitplan
1980, 1983 Erste Vorstösse für die Realisierung einer Gesamtmelioration
1994 Erarbeitung Studie
1995 Beschlussfassung zur Durchführung einer Gesamtmelioration an der Gemeindeversammlun
1996 Gründung der Meliorationsgenossenschaft und Auflage des Beizugsgebietes
1997 Auftragsvergabe an das Ingenieurbüro Cavigelli und Partner AG, Ilanz
2000 Öffentliche Auflage des Auflageprojektes
2002 Genehmigung des Auflageprojektes
2002 Spatenstich der ersten Bauetappe
2003 Behebung Unwetter vom November 2002 und Auflage der Bonitierung
2005/2006 Bearbeitung Neuzuteilungsentwurf
2007 Auflage der Neuzuteilung
2002 - 2017 Ausführung diverser Bauetappen
ca. 2019 Abschluss der Gesamtmelioration
Auflageprojekt
Ziel der Gesamtmelioration ist die Erhaltung und Förderung existenzfähiger, gesunder Landwirtschaftsbetriebe, die Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft sowie die Realisierung und Sicherung der übergeordneten Raumfunktionen (inkl. Schutz empfindlicher Räume).
Auf Grund der Gebietsgrösse von über 400 ha unterstand die Gesamtmelioration Vals der Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Rahmen des Auflageprojektes wurde ein umfangreicher Umweltverträglichkeitsbericht erstellt. Grundlage für die Beurteilung der Umweltverträglichkeit waren die Inventarisierungen und Kartierungen von Flora und Fauna. Es wurden z. B. folgende Inventare und Kartierungen erstellt:
-Inventarisierung der Landschaftselemente
-Kartierung der Lebensräume der Brutvögel
-Kartierung der Bodennutzung und Bodeneignung (Vegetationskartierung)
Sie bildeten die Basis, um die Konflikte mit den geplanten Meliorationsmassnahmen (Wegebauten) zu beurteilen und zu bereinigen.
Nach diversen Begehungen, Variantenstudien und nach Konsultation aller involvierten kantonalen Amtstellen und Naturschutzorganisationen konnte ein verträgliches Projekt erarbeitet werden.
Auf Grund der vorherrschenden Probleme wurden folgende Massnahmen festgelegt:
- Güterzusammenlegung: Aufarbeitung und Bewertung des Alten Bestandes, Erarbeitung der Neuzuteilung, Neuregelung der dinglichen und beschränkt dinglichen Rechte
- Erschliessung: Groberschliessungskonzept, Festlegung der Linienführungen, Ställe sowie Maiensäss- und Ferienhütten haben dabei keinen Anspruch auf eine direkte Erschliessung bis vor den Gebäuden. Es sind insgesamt ca. 10 km neue Wege und 9 km auszubauende oder zu sanierende Wege geplant.
- Natur- und Landschaftsschutzmassnahmen: Kartierungen und Inventarisierungen, Information und Beratung, Vernetzungskonzept, Abschliessen von Bewirtschaftungsverträgen, Instandstellungen und Aufwertungen schützenswerter Elemente/Räume
Das Auflageprojekt wurde am 20. Juni 2002 vom Departement des Innern und der Volkswirtschaft genehmigt, und der Bund hat in seiner Grundsatzverfügung vom Juni 2002 einen Bundesbeitrag von 46% zugesichert. Der Kanton leistet einen Beitrag von 36% an die Gesamtmelioration Vals.

Planerische Arbeiten
Im Rahmen der Erarbeitung des Auflageprojektes und des Alten Bestandes wurde das Beizugsgebiet geringfügig angepasst. So wurde z. B. infolge Änderung der Linienführung der Erschliessung des Gebietes Gadastatt eine Erweiterung des Beizugsgebietes erforderlich.
Der Alte Bestand, der auf Basis der Pläne der Blitzaktion erarbeitet wurde, wurde von der Regierung am 12. Dezember 2000 als Amtliche Vermessung genehmigt.
Die Bonitierung wurde von der Schätzungskommission im Jahr 2002 im Feld ausgeführt und gelangte im August 2003 zur Auflage.
Im Jahr 2004 wurden die GrundeigentümerInnen aufgefordert, ihre Wünsche zur Neuzuteilung zu äussern, und die entsprechenden persönlichen Gespräche mit dem Ingenieur fanden statt. Der Neuzuteilungsentwurf wurde zwischen Mai 2005 und September 2006 erarbeitet und gelangt im März 2007 zur Auflage.
Im Rahmen der Neuzuteilung konnten nebst den privaten Wünschen auch öffentliche Anliegen entgegengenommen und im Rahmen der Gesamtmelioration umgesetzt werden. Damit erfüllt die Gesamtmelioration die Anforderungen an ein kommunales Gesamtprojekt. So konnte z. B. der Landbedarf für das Hochwasserschutzkonzept im Beizugsgebiet mittels Realersatz den Betroffenen wieder zugeteilt werden, es musste also kein Landerwerb im üblichen Sinn ausgeführt werden. Im Weitern wurden die wichtigsten Bäche als öffentliche Parzelle ausgeschieden, um spätere Unterhalts- und Verbauungsarbeiten zu ermöglichen. Auch Tourismusprojekte wurden, durch Landbereitstellung für einen Badesee und einen Biotop, unterstützt.
Im Rahmen des erarbeiteten Vernetzungsprojektes wurden die Vorranggebiete eruiert und die erwünschten Massnahmen beschrieben. Bereits im frühen Stadium wurden Bewirtschaftungsverträge mit den Landwirten abgeschlossen, damit die ökologisch wertvollen Flächen entsprechend bewirtschaftet werden. Es ist ein ausdrücklicher Wunsch von Natur- und Landschaftsschutzorganisationen, dass die zum Teil verbrachten wertvollen Flächen in Zukunft genutzt werden und nicht verbuschen. Dazu dient auch eine massvolle Erschliessung. Die Gesamtmelioration unterstützt weiter verschiedene Massnahmen wie z. B. die Wiederherstellung von Trockenmauern, Renaturierung von Bächen, Erhaltung der alten Ställe usw.
Das Landwirtschaftsland wird zurzeit von 29 aktiven Landwirten bewirtschaftet. Es handelt sich dabei um 20 Haupt- und 9 Nebenerwerbsbetriebe.
Nachfolgend einige Angaben und Vergleiche zwischen Altem und Neuem Bestand:
|
Alter Bestand |
Neuer Bestand |
Fläche in ha |
483.4 |
483.4 |
Anzahl Parzellen |
2'183 |
761 |
Durchschnittliche Parzellengrösse in Aren |
22 |
64 |
Anzahl EigentümerInnen |
307 |
297 |
Durchschnittliche Anzahl Parzellen pro EigentümerIn |
7.1 |
2.5 |
Anzahl Parzellen der 20 Haupterwerbsbetriebe |
887 |
170 |
Anzahl Parzellen pro Haupterwerbsbetrieb |
44 |
9 |
Durchschnittliche Parzellengrösse in Aren der Haupterwerbsbetriebe |
20 |
100 |
Bauarbeiten
Das Groberschliessungskonzept war Teil des Auflageprojektes. Die Linienführungen wurden dabei auf Grund zahlreicher Begehungen und nach Bereinigung der Konflikte mit Natur und Umwelt definiert. Das Güterwegnetz muss vielfältigen Anforderungen genügen:
- Technische Ausgereiftheit (Ausbaustandard, Unterhalt)
- Multifunktionale Nutzungen ermöglichen (Land- und Forstwirtschaft, Tourismus usw.)
- Optimale Einpassung in die Landschaft
- Bestmögliche Erschliessung der Gewanne
Der Ausbaustandard muss nicht nur den heutigen, sondern möglichst auch den künftigen Nutzungen gerecht werden. Insbesondere ist auch dem späteren Unterhalt grösste Aufmerksamkeit zu schenken.
Vorher Gruabagada
Nacher Gruobagada
Chapelihus im Peiltal
Es sind Wegebaumassnahmen in folgendem Umfang geplant:
Neubau 9.9 km
Ausbau/Sanierung 9.3 km
Überall, wo man bei den Bauarbeiten auf eingedolte Bäche stösst, werden sie renaturiert und offen geführt. Die Massnahmen sind nicht nur ein Gewinn für Natur und Landschaft, sondern sie erhöhen auch - wie die Unwetter zeigten - die Sicherheit und ermöglichen bessere Kontrollen und ein schnelles Eingreifen. Der neue offene Bachlauf entlang des Weges Madaniel ist bestimmt auch für die Erholungssuchenden ein Gewinn.
Wo die Wege Bäche überqueren, haben sich kleine Holzbrücken bewährt. Die Bachsohle wird selbstverständlich naturnah ausgebildet.
Holzbrücke beim neuen Güterweg Nr. 1 in Madaniel, Bau 2004
In steilem Gelände wie Vals haben sich auch die sogenannten Steilböschungen bestens bewährt.
Steilböschung beim Güterweg Nr. 1, Madaniel

Steilböschung beim Güterweg Nr. 20, Güngel - Leis

Steilböschung beim Güterweg Nr. 20, Güngel - Leis
Bau der Neuen Leiserstrasse

Einbau Betonspuren Madanielstrasse

Vorstand und Ingenieure scheuen keinen Aufwand bei der Suche der Bestvariante.
Unwetter 2002
Das Unwetter vom November 2002 richtete auch in Vals erhebliche Schäden an (ca. Fr. 910'000.00). Dank der grosszügigen finanziellen Mithilfe von Bund, Kanton und Elementarschadenkasse konnten die Schäden auf unbürokratische Weise zügig behoben werden. Im Landwirtschaftsgebiet wurden diese Arbeiten im Verfahren der Gesamtmelioration ausgeführt und konnten per Ende 2003 abgeschlossen und abgerechnet werden.


Kosten und Finanzierung
Für die vorgesehenen Massnahmen ist gemäss Auflageprojekt mit beitragsberechtigten Gesamtkosten von ca. Fr. 15.2 Mio. zu rechnen (Preisbasis 1998).
Die Kostenzusammenstellung sieht wie folgt aus:
Planerische und vermessungstechnische Arbeiten Fr. 1'730'750.00
Wegebaukosten Fr. 13'485'875.00
Kulturtechnische Begleitmassnahmen Fr. 376'250.00
Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen Naturschutz Fr. 430'000.00
Total Kosten Gesamtmelioration Fr. 16'022'875.00
Davon beitragsberechtigt Fr. 15'157'500.00
Die Gesamtmelioration wird durch Bund und Kanton mit einem Beitragssatz von 82% subventioniert. Die Gemeinde Vals leistet einen Beitrag von 70% an die verbleibenden Restkosten.
Subventionen Bund und Kanton, 82% von 15'157'500.00 Fr. 12'429'150.00
Anteil Dritter Fr. 200'000.00
Beitrag Gemeinde, 70% der Restkosten Fr. 2'375'500.00
Restkosten zu Lasten GrundeigentümerInnen Fr. 1'018'225.00
Ökologische Massnahmen
Vorgesehen gemäss Auflageprojekt: Fr. 400'000.--
- Trockenmauern
- Bachöffnungen, Holzbrücken
- Güllenkonzept, Sicherung NHG-Flächen, Inventare


